Die Kunst des Loslassens – Teil 2
Endlich Montag!
Besser arbeiten und leben
Der wöchentliche Motivationsschub
Nr. 21/2026 – Die Kunst des Loslassens – Teil 2
Ich wünsche Dir einen wunderschönen Start in diese neue Woche mit guter Energie und viel Motivation. Die Longevity-Woche liegt hinter mir und die Teilnehmer waren begeistert – fünf Tage und sechs Experten, die alle über die Zeit zur Verfügung standen. Ich habe mit den Eindrücken im Gepäck mein Whitepaper erweitert und wenn Du daran Interesse hast, dann schreibe mir einfach (das Osterei in diesem Newsletter) und wir werden eine eigene Longevity-Community bauen. Du bist dann herzlich eingeladen, hier dabei zu sein. Aber jetzt geht es um den 2. Teil des spannenden Themas “Loslassen“. Heute möchte ich auf das Thema Nachfolge im Unternehmen eingehen, denn das ist eines der wichtigsten Themen aktuell für den Mittelstand (neben Longevity und KI). Nachfolge braucht eine gute Zukunft, wobei die Begriffe fließend sind. Nachfolge ist gut, weil jeder weiß, was damit gemeint ist. Aus der Sicht der “Nachfolger“ ist es oft ein “Voranschreiten“ und oft auch ein “Neugestalten“. Das Übergeben ist eine Königsdisziplin der Unternehmensführung, so wie das erfolgreiche Übernehmen und Fortführen eine große unternehmerische Leistung sind.
Seit 25 Jahren arbeite ich mit Tausenden von Unternehmen und unterstütze bereits heute mehr als 100 Unternehmen bei ihrer Nachfolge. Oft durch gute Seminare und oft durch direktes Coaching. In meinen drei Nachfolge-Staffeln habe ich persönlich mit beiden Generationen gearbeitet, wobei die Nachfolge nicht automatisch eine Familiennachfolge sein muss. Denn Nachfolge bedeutet nicht nur, dass jemand bereit sein muss, loszulassen, sondern es braucht auch mutige Menschen, die bereit sind, eine große Verantwortung wirklich zu übernehmen. Hier beginnt die nächste große Herausforderung.
Die zentrale Frage an die “Voranschreiter“ lautet: “Willst Du das wirklich?” Auch ich habe mir im Jahr 2002 diese Frage gestellt, als ich mit sehr viel Herzblut, Geld und Leidenschaft das SchmidtColleg übernommen habe. Ich kann mich gut an diese Tage erinnern.
Die Antwort habe ich aus tiefer innerer Überzeugung getroffen und in dem Prozess der Nachfolge sollte diese Frage gestellt werden. Die unternehmerische Realität bedeutet nun einmal Verantwortung, Druck, Entscheidungen in komplexen Marktsituationen, Fleiß und auch die Fähigkeit, Unsicherheit auszuhalten und in dieser etwas Neues zu erschaffen. Jede Generation im Unternehmen gestaltet diese immer wieder neu. Sicher ist der Vergleich mit einem Konzern für den Mittelstand nur bedingt geeignet, aber ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, Oliver Zipse kurz vor seiner Übernahme des CEO-Postens bei BMW kennenzulernen. Letzte Woche hatte er den Staffelstab übergeben und in den Jahren darauf ein Unternehmen mit 150.000 Mitarbeitern neu und erfolgreich ausgerichtet. Die Zukunft wartet nicht auf die, die zögern. Mein Glückwunsch an dieser Stelle.
Die nächste Generation in einem Unternehmen übernimmt heute keine stabilen Systeme mehr, sondern eine revolutionäre Veränderung in allen Branchen. Gerade jetzt braucht es Mut, die Nachfolge anzutreten. Unternehmer von morgen brauchen andere Fähigkeiten als früher. Früher ging es um Revolution, heute geht es oft um eine “Business Revolution”. Dazu mache ich genau deswegen zwei Workshops, einen digitalen und einen in kleiner Gruppe in Präsenz.
Bei Nachfolgern beobachte ich eine spannende Entwicklung: Sie sind fachlich hervorragend ausgebildet, haben studiert, sprechen mehrere Sprachen und verstehen das Potential der Digitalisierung und der KI. Aber das Unternehmertum ist weder eine Wissenschaft noch eine fachliche Kompetenz. Unternehmertum ist eine praktische Kunst. Und praktische Führungskompetenz: Wie führt man Menschen durch Unsicherheit? Wie trifft man Entscheidungen unter Druck? Wie entwickelt man Vertrauen? Wie baut man eine starke Kultur auf?
Darum geht es bei der gelungenen Nachfolge und bei unserem Programm NachfolgeEnergie und unserer Führungsausbildung (siehe im PS).
Ich erinnere mich an einen Nachfolgeprozess, bei dem die fachliche Kompetenz des Nachfolgers außer Frage stand. Intelligent. Modern. Innovativ. Doch nach wenigen Monaten entstand Unruhe im Unternehmen. Nicht wegen falscher Entscheidungen. Sondern wegen fehlender Kommunikation. Kultur ist das, was Menschen jeden Tag erleben.
Deshalb ist Nachfolge immer auch ein kultureller Veränderungsprozess. Das wird oft unterschätzt. Mitarbeiter und Kunden beobachten sehr genau: Bleiben Werte bestehen? Wie wird geführt? Wie wird kommuniziert? Wie werden Entscheidungen getroffen?
Bei mir war das auch so. Unsere Kunden haben sich die Frage gestellt: “Kann der Neue das überhaupt?” Zumal ich mit Mitte 30 Menschen inspiriert habe, die oft viel älter und erfahrener waren als ich es damals war. Vertrauen entsteht nicht durch eine neue Position. Vertrauen entsteht durch Verhalten, durch eine unter Beweis gestellte Glaubwürdigkeit. Eine erfolgreiche Nachfolge braucht deshalb ein gemeinsames Zukunftsbild. Wenn diese Fragen unbeantwortet bleiben, entsteht Orientierungslosigkeit und das kostet viel Energie. Deshalb halte ich ein gemeinsames Leitbild für einen der wichtigsten Bausteine erfolgreicher Nachfolge. Der Mittelstand braucht Menschen, die emotional mit dem Unternehmen verbunden sind. Menschen, die nicht verwalten, sondern gestalten.
Zitat: „Eine gelungene Nachfolge erkennt man nicht daran, dass alles genauso bleibt wie früher, sondern daran, dass die Werte erhalten bleiben, während sich das Unternehmen weiterentwickelt.” – Cay von Fournier
Frage: Was sind aktuell unsere wichtigsten Aufgaben in der Nachfolge?
Das ist die unternehmerische Exzellenz. Nicht nur ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, sondern es so zu erschaffen, dass es Generationen überdauern kann.
Ich wünsche Dir eine fröhliche Woche in guter Energie und den Mut, loszulassen, was nicht in Dein Leben und Dein Unternehmen passt.
Herzliche Grüße.
Dein
Cay