Energie Impuls KW 22 2020

Diese Erkenntnis wurde früher viel öfters zitiert und sie hat mit der Reife von Menschen zu tun. Auch diese Reife kristallisiert sich jetzt deutlich heraus. In einem Jahrzehnt des Wohlstands sind wir oft träge geworden und wir mögen nicht den Schmerz, den die erzwungene Veränderung nun mit sich bringt. Ebenso ist es beim Training. Wenn wir unseren Körper trainieren, so tut dies manchmal weh. Ein Muskel wächst nur gegen den Widerstand. Das zeigt uns jedes sinnvolle Krafttraining. So ist es aber auch mit unserer Seele, sie wächst mit dem Widerstand, mit der Krise und in herausfordernden Zeiten. Das ist nicht immer angenehm.

Wenn wir die Freiheit wirklich lieben, so müssen wir auch die Verantwortung übernehmen, alles zu unternehmen, was in unserer eigenen Kraft liegt. Viele Menschen, Unternehmen und auch Nationen machen es sich derzeit zu leicht. Sie erwarten Hilfe von außen und sind nicht bereit, alles in ihrer eigenen Macht stehende zu unternehmen. Das mag der menschlichen Bequemlichkeit entsprechen, aber es wird langfristig nicht helfen und nur zu viel größeren Problemen führen.

Anderen zu helfen, die unsere Hilfe dringend brauchen ist ein Gebot der Humanität. Anderen zu helfen, die sich selbst helfen können, schafft Abhängigkeit und verhindert geistiges und seelisches Wachstum. Persönlichkeiten können daran ebenso scheitern, wie Unternehmen und es besteht die Gefahr, dass die wunderschöne Idee von Europa daran scheitern könnte. Wer wirklich will, der findet einen Weg (und es ist sinnvoll auf diesem Weg zu helfen). Wer nicht will, der findet immer Gründe (und es ist nicht sinnvoll, in diesen Fällen zu helfen).

Wir brauchen einen klaren Versand und ein liebevolles Herz, was auch bedeuten kann, dem anderen deutlich zu machen, dass er sich jetzt selber anstrengen muss. Diese Führungsstärke braucht Charakter und Persönlichkeit.

Einen erholsames Pfingstwochenende.

Impuls für den 29.05.2020

„Wenn du etwas so machst wie seit 10 Jahren, dann sind die Chancen groß, dass du es falsch machst.“

Charles Veltering
In der aktuellen Corona-Krise kann man bei diesem Zitat von 10 Wochen sprechen, oder in der dynamischen Situation der Märkte von 10 Monaten. Aber die Botschaft stimmt für so viele Mittelständler, denn die Tendenz ist groß, dass Unternehmen mit der Strategie „alte Stiefel“ scheitern. Das bedeutet dann aber ganz konkret, dass Unternehmen auch vom Markt verschwinden, denn „falsch machen“ bedeutet im Unternehmen, Kunden verlieren und den Anschluss an den Wettbewerb zu verpassen. Die Nachfolge-Situation hat hier einen großen Vorteil, denn die nachfolgende Generation wird vieles anders machen, wenn man sie lässt. Das wird ein ganz wichtiges Kapitel in unserem neuen Nachfolge-Produkt. UnternehmerEnergie ist auch ein Werkzeug, um Veränderung zu bewirken.

Impuls für den 28.05.2020

„Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.“

Konfuzius
Das wirklich schöne an solchen Tages-Inspirationen ist, dass sie manchmal genau zur richtigen Zeit kommen und unser Leben maßgeblich beeinflussen können. Etwas ganz Kleines kann etwas ganz Großes bewirken. Das hat ja auch der Corona-Virus gezeigt. Dieser Virus hat die Größe von 140nm, das sind 140 Milliardstel Meter – ich denke eine interessante Dimension, in der wir ja auch im Großen agieren, wenn es um die finanziellen Auswirkungen geht. Entlang der Pandemie haben wir aus unseren Fehlern gelernt und diese korrigiert. Das nennt man “lernen”. Und wenn wir Fehler machen, dann haben wir die Chance zu lernen. Wenn wir Fehler allerdings nicht korrigieren, dann wird alles nur noch schlimmer. Wahrscheinlich hat das jeder schon erlebt, aber isch vielleicht noch nicht so bewusst gemacht. Daher die zentrale Frage heute für Dich: Welchen Fehler solltest Du heute korrigieren?

Impuls für den 27.05.2020

„Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind.“

Alexander Graham Bell
Dieses Zitat ist natürlich umso authentischer, wenn es von einem Mann stammt, dem wir den Telefonvertrag (nicht das Telefon) verdanken. Er war der kreative Unternehmer neben allen technischen Erfindern (zu denen er auch gehörte). Aber kreative Geschäftsmodelle sind aktueller denn je. Bell entwickelte die Abrechnungsfähigkeit der ersten Telefongespräche. Was entwickeln wir heute neu? Die aktuelle Krise wird viel zerstören. Das hatte auch Joseph Schumpeter mit seiner Aussage, das Innovation immer „Schöpferische Zerstörung“ sein gemeint. Aktuell machen wir uns viele Sorgen, die darauf abzielen, etwas Altes erhalten zu wollen, das wir vor der Krise gewöhnt waren. Eine sehr zentrale Frage für die Zukunft wird sein: Haben wir die Kraft etwas wirklich Neues zu entwickeln? 
Diese zentrale Frage bezieht sich auf unser persönliches Leben ebenso, wie auf unsere Unternehmen, unsere Gesellschaft, unser Land und ganz Europa. Mir kommt dieser Aspekt in den aktuellen Diskussionen viel zu kurz, denn erst wenn wir neue Wege gehen, werden wir auch neue Landschaften kennenlernen. Denn abseits der ausgebauten mentalen Wege entdecken wir neue geistige Landschaften. Und nur in diesen Landschaften entsteht Neues.

Effiziente Kommunikationskanäle sind ein großer Erfolgsfaktor

Eben beende ich eine Zoom-Coaching. Am anderen Ende ein Zahnlabor. Die beiden Chefs haben sich vier Fragen überlegt, die wir in einer Stunde besprechen. Die Situation ist einem Präsenz-Coaching sehr vergleichbar. Die Videoqualität und die Akustik ist sehr gut. Es ist eine sehr effektive Stunde, in der sich die Preisstrategie des Unternehmens sinnvoll ändert, inkl. einem Marketingkonzept diese kleine Preiserhöhung einzuführen. Dann geht es um die Pflege der besten Kunden in der aktuellen Krise. zusammen entwerfen wir drei gute Ideen, die sofort umgesetzt werden können. Im letzten Teil geht es um zwei aktuelle Mitarbeiterfragen, die ich gut mit den beiden diskutieren kann. Ein guter Coach weiß nicht immer aller besser und behautet das auch gar nicht, aber er führt die Fragenden zu einer eigenen Lösung. Das wird bald wieder persönlich funktionieren, aber wenn ich etwas in der Corona-Krise gelernt habe, dann die Qualität und die Effektivität von einem guten Online-Coaching.

Wir haben im SchmidtColleg jetzt Bitrix24 eingeführt. Es ist eine gute Software, Aufgaben zu verteilen, einen gemeinsamen Kalender zu verwalten und ein gutes Projektmanagement zu machen. Wir haben unsere EnergiePläne in Bitrix24 abgebildet und lernen derzeit jeden Tag neue Möglichkeiten kennen. So etwas dauert seine Zeit. Es gab eine Zeit, in der ich von den vielen Möglichkeiten überwältigt gewesen bin und es ist völlig klar, dass wir am tag nicht 10 verschiedene Kanäle aktiv bespielen können. Wenn Unternehmen sinnvolles Social-Media-Marketing machen, dann muss dafür eine Person verantwortlich sein und mit einer guten Strategie und einem ausgewogenen Budget vorgehen. Ich selber finde die Kanäle Email, WhatsApp und Telegram sinnvoll. Bei jedem Medium gibt es ein zu viel und es gibt ein zu wenig. Hier entsteht eine neue Kompetenz, die ich in mein Seminar „Zeitsouveränität – wie wir 20 Stunden neue Zeit pro Woche gewinnen können“ einbauen werde. Schon immer hat mich Zeitmanagement interessiert und es war das erste, was ich im SchmidtColleg gelernt habe. ich habe auch meine Herausforderungen damit, so wie die meisten Teilnehmer unserer Seminare, die ich kennenlernen durfte. Diese Herausforderungen werden auch die modernen Medien größer, aber zugleich werden auch die Möglichkeiten der Kommunikation besser. Wir können heute einen sinnvollen Kontakt mit sehr vielen Menschen haben, was früher so nicht möglich gewesen ist. Die Quantität ist großartig, nun müssen wir noch ganz intensiv an der Qualität arbeiten. Daher brauchen wir nicht nur SPAM-Filter in unseren Email-Systemen, sondern vor allem einen mentalen SPAM-Filter, der uns eine gute Orientierung in der heutigen Informationsflut gibt.

NEUES Seminar: „Zeitsouveränität – wie wir 20 Stunden neue Zeit pro Woche gewinnen können“

Startet am 29. August 2020

Impuls für den 26.05.2020

„Eine Träne zu trocknen ist ehrenvoller, als Ströme von Blut zu vergießen.“

George Gordon Byron
Können wir Menschen sagen, was gut ist und was schlecht? Alle werden diesem Zitat zustimmen. Die zentrale Frage ist, gibt es eine übergeordnete Ethik, der wir als Menschheit verpflichtet sind? Denn wenn wir in die Welt hinaus blicken, dann ist leider das Blutvergießen die Realität. Sie war es schon immer und dennoch haben uns die Momente der Fürsorge, Barmherzigkeit und Liebe als Menschheit immer wachsen lassen. Das Wechselspiel „Gut gegen Böse” hat Millionen von Menschen das Leben gekostet. Es ist das zugrunde liegende Wechselspiel zwischen Macht und Menschlichkeit, das ja auch in der dreifachen Trilogie von Star Wars beschrieben wird. Hinter diesem unscheinbaren Zitat verbirgt sich die Frage der Menschheit. Sind wir einen guten Weg bisher gegangen, oder einen schlechten? Und viel wichtiger wird für uns alle sein, welchen Weg wollen wir einschlagen? Wer wollen wir sein? Die Corona-Krise wird uns jetzt sehr schnell vor diese existenzielle Frage stellen. Wir sollten uns eine gute Antwort überlegen, denn das „Geheimnis“ unseres Glücks und Wohlstands ist immer das gleiche: In welcher Energie sind wir unterwegs? So können wir, den Tag zu einem wunderschönen Tag machen, wenn wir in einer guten Energie unterwegs sind. Ebenso könnten alle Konflikte dieser Welt gelöst werden, wenn die Beteiligten auf die gute Seite der Energie konzentrieren würden, oder eben auf die helle Seite der Macht. 

Impuls für den 25.05.2020

„Der Mensch tut gut daran, einen Bleistift bei sich zu tragen und die Gedanken, wenn sie kommen, niederzuschreiben.“

Francis Bacon
Diese Empfehlung darf in unserem Zeitplanbuch natürlich nicht fehlen. Viele gute Gedanken sind erhalten geblieben, als wir sie aufgeschrieben haben. Die Handschrift ist dabei eine gute Möglichkeit und hat viele Vorteile. Unsere Kreativität wird angeregt und Schreiben ist ein „Denkwerkzeug“. Natürlich nutze ich auch alle anderen Kanäle und bin gerade jetzt mit meiner neuen iWatch ziemlich beeindruckt von der DAY ONE  App, denn hier kann ich jederzeit kleine Nachrichten in meine Uhr diktieren und sie werden direkt dem Tag zugeordnet. Sowohl das klassische Tagebuch ist eine gute Erfindung, als auch diese App, die das Tagebuch in die digitale Welt transportierte. Natürlich ist auch für die vielen Anwender des Zeitplanbuches eine gute Möglichkeit die Notiz gleich dem Tag zuzuordnen. Die vielen Notizbücher haben Konjunktur und finde einfach die Methode, die am besten zu Dir passt. Wichtig ist nur, dass möglichst viele gute Gedanken erhalten bleiben.

Lufthansa, meine Lieblingsairline

OK, ich wurde in den letzten Tagen so oft gefragt, was ich von dem Einstieg des Staates bei der Lufthansa halte, dass ich jetzt meine Meinung hierzu schreibe. Es wäre schade, wenn dieses komplexe Thema und damit die Lufthansa zerredet wird. Die Meinungen und Kommentare sprießen nur so aus dem Boden. Von Auflagen für den Klimaschutz ist da die Rede und von der Streichung der Kurzstrecke, weil die Bahn das besser kann und ja auch ein Staatsbetrieb ist. Das sind nur zwei Beispiele, warum ich das Zögern von Carsten Spohr verstehen kann. Auch das wird derzeit heftig kritisiert, wie eigentlich so vieles in Deutschland kritisiert wird. Dazu zwei Fragen: Hat die Lufthansa diesen für die Airline wirtschaftlichen Super-GAU verschuldet? Und hat Deutschland einfach KEIN Interesse auf dem Weltmarkt mit einer exzellenten Airline mitzuspielen?

Wenn eine der Antworten „Ja“ ist, dann braucht man hier nicht weiterlesen. Wenn die Antworten zweimal „Nein“ sind (Doppelte Verneinung bei der zweiten Frage, ich weiß, aber beim Lesen eines so wichtigen Themas sollten auch die Gehirnzellen arbeiten), so stelle ich grundsätzlich fest: Die Lufthansa kann nichts für das Desaster. Der Absturz kam durch die sinnvolle Intervention des Staates, um das Leben der älteren und vor erkrankten Mitbürger zu schützen. Das war gut so. Und der Wirtschaftsminister (der zur Risikogruppe zählt) hatte sofort kluge Worte an die Bevölkerung gerichtet, dass kein Unternehmen wegen diesen Maßnahmen pleite gehen soll. Nun, viele Mittelständler erleben gerade das Gegenteil. Wir als SchmidtColleg können uns nicht beklagen. Uns wurde geholfen und ich bin dem Land Berlin dankbar und werde den Kredit selbstverständlich in zwei Jahren zurückzahlen, weil wir damit gut wirtschaften werden. Das könnte die Lufthansa auch. Es ist ein gutes Unternehmen, das gut in das Jahr gestartet ist.

Wenn wir als Deutschland eine führende Wirtschaftsnation bleiben wollen, dann brauchen wir eine starke und effiziente Airline, die kein Staatsbetrieb sein sollte. Wir sehen doch bei der Deutschen Bahn und dem Berliner Flughafen, was für ein lausiger Unternehmer der Staat ist. Das ist auch kein Wunder, denn in den Reihen des Bundestages haben die wenigsten Politiker jemals in Ihrem Leben ihr eigenes Geld als Selbstständige oder Unternehmer verdient. Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal war doch die bisher übliche Karriere vieler Politiker, wobei die SPD jetzt auch noch bei Spitzenämtern den Hörsaal weglässt. Wie soll das denn gehen? Die Ergebnisse sind doch erschreckend und nehmen wir VW mit seinen 20 % des Landes Niedersachsen. Gab es da irgendeinen Skandal, bei dem unter Aufsicht des Staates das Klima betrogen wurde? Meine Güte, wie sehr wollen wir denn Deutschland noch herunterwirtschaften. Die KfW gibt Hunderte von Millionen an Förderung nach China, die als Entwicklungshilfe gewertet werden. Mir konnte noch niemand erklärt, warum das so ist. Ich kann auch die 135 Milliarden Euro verstehen, für die wir bei dem 500 Mrd. Europa-Corona-Hilfspaket haften und die nach Südeuropa verschenkt werden. Ich mag Südeuropa sehr und finde die Hilfe sinnvoll. Aber noch mal im Klartext. Wir werden von den 135 Milliarden nichts mehr sehen und gute und nur stabile Unternehmen und deren gute Mitarbeiter werden diese in Zukunft erwirtschaften müssen. Also schenkt doch der Lufthansa die 9 Milliarden und freut Euch darüber, dass wir eine so gute Airline haben.

Die Chinesen schenken ebenso viele Milliarden ihren Unternehmen, die dann privatwirtschaftlich geführt werden dürfen. Und sie machen uns damit Konkurrenz. Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass sich die Stimmung dreht und wir gutes Unternehmertum und gute Unternehmen wieder mehr schätzen. Die Zukunft kann nicht verteilt werden, sondern muss erwirtschaftet werden. Der Staat sollte eher, so wie China, eine Billion in die digitale Wirtschaft stecken und mit ein paar Milliarden Euro ein Unternehmen retten, das nichts dafür kann und das allein durch die sinnvollen politischen Maßnahmen in die Krise gekommen ist. Und der Staat sollte sich dann völlig raushalten aus jeder unternehmerischen Entscheidung, denn eins ist sicher. Es wird eine schlechte Entscheidung sein. Wie viele Beweise brauchen wir noch? Er kann ja mal bei der Bahn zeigen was er kann und sich mit dem öffentlichen Verkehr in der Schweiz messen – hier gibt es sicher sinnvolle Kennzahlen, die verglichen werden können. Sobald Deutschland hier besser abschneidet, bin ich überzeugt und nehme meine Meinung zurück. Es braucht jetzt sehr viel mehr UnternehmerEnergie für Deutschland.

Impuls für den 24.05.2020

„Die Fähigkeit, die nicht täglich zunimmt, geht täglich zurück.“

Chinesische Weisheit
„Use it, or Loose it!“ Das ist die einfache Formel unserer Fähigkeiten. Wenn wir einen Muskel trainieren, wird er stärker. Das geschieht aber nur gegen den Widerstand. Und wenn wir ihn nicht nutzen, werden wir schwächer. So einfach funktioniert die Physiologie unseres Körpers. Und bei allen anderen Themen ist es auch so, wenn wir es „einfach machen“, dann werden wir besser, wenn wir es nicht machen, dann werden wir schlechter. Diese Erkenntnis ist sehr alt, aber die Anwendung ist eine tägliche Herausforderung. Welche Fähigkeiten wirst Du heute trainieren?
PS: Ich überlege mir gerade eine persönliche Fitness-Challenge mit Euch zu machen – wer hätte Lust. Schaue mal auf die Buchempfehlung heute.

Wenn die Verfassungsschütze Widerstand leisten

Wir alle machen uns unsere Gedanken über den aktuellen Kurs der EU. Als leidenschaftlicher Verfechter der Europäischen Vision betrachte ich die Entwicklungen mit Sorge. Die vorherige Generation von Politikern aller Europäischer Länder haben großes geleistet, indem, sie einen Kontinent friedlich vereint haben. Der Friede und die Vision kann aber auch missbraucht werden und eine Währungsunion laden dazu ein. In den letzten fünf Jahren in denen die Wirtschaft brummte wuchs die Schuldenlast der EZB um mehr als 2 Billionen Euro. Das sind 2 Millionen mal eine Million Euro als Summe oder vielleicht noch besser Dargestellt fast 4000 Euro für jeden der 513 Millionen Bürger der EU. Diese Dimensionen sind nicht mehr vorstellbar und ich gebe zu, dass ich mich voller Sorge frage, wohin das denn führen soll. Keine Generation nach uns wird in der Lage seinen einen derart großen Schuldenberg abzutragen und jetzt kommen noch weitere Billionen durch die Corona-Krise hinzu. Die Folgen sind so offensichtlich unabsehbar. Genau das haben nun die höchsten Verfassungsschütze in Deutschland angemahnt und ein Aufschrei Gin durch die Medien. ich bin kein Freund von Formulieren wie „Mainstream-Medien“ oder „Die Politiker“. Dafür sind die Herausforderungen viel zu groß und komplex. Aber wir müssen das Problem doch jetzt an den Ursachen anpacken und können nicht immer nur Reformen anmahnen, um dann Gründe zu finden und zu geben, dass diese Reformen nicht notwendig sind. Gestern habe ich mit Spannung das Pro und Contra von Hans-Werner Sinn (dem ehemaligen Chef des Ifo-Institutes) und Marcel Fratzscher (Präsident des DIW) zu diesem Urteil gelesen. Ich schätze Kompetenz und merke, wenn ich ihr begegne. Beide gehören sicher zu den aktuell führenden Ökonomen Deutschlands. Bildet Euch Eure eigene Meinung. Zwei komplett konträre Aussagen, so dass ich vielen Medien und Politiker hier doch einen Vorwurf mache, so einseitig gegen das Urteil des Verfassungsgerichtes zu argumentieren. Ich denke schon, dass wir dieses Problem angehen und transparent lösen müssen, denn der Weg der EZB muss erklärt werden und das viel deutlicher und viel selbstkritischer. Auch hier begegnete mir mit dem „whatever it takes“ ein Alternativlosigkeit, die nicht in eine Demokratie passt. Die Feinde der EU werden leider stärker und eine kritiklose Haltung, wie ich sie erlebe, oder gar Angriffe auf das Verfassungsgericht  werden diese Beide nur noch stärker machen. Es verhält sich meiner Meinung nach nicht so, dass dieses Urteil in die Hände der EU Gegner spielt. Das Urteil hat Substanz und wir alle sind gut beraten die Rechtsstaatlichkeit aufrecht zu erhalten. Die Bundeskanzlerin hat diese Grenzen bei der Flüchtlingskrise aus humanitären Gründen bereits sehr strapaziert. Da kann man im Nachhinein zustimmen und beide Augen zudrücken. Aber dass in dem Fall dieses EZB-Urteils die EU jetzt gleich mit der Keule schwingt und ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland anstrengen möchte, ist für mich sehr starker Tobak. Hier halte ich es mit Hans-Werner Sinn, der entspannt auf eine Strafe warten würde, denn diese dürfte Deutschland rein rechtlich gar nicht bezahlen. Und dieser Streit könnte nicht einmal dem EuGH vorgelegt werden, der ja selbst als Kläger beteiligt sein würde. Anstatt in solchen Diskussionen Zeit zu verlieren, sollte die EU sich viel mehr Gedanken um Reformen machen. Reformen in den einzelnen Mitgliedsstaaten ebenso, wie über Reformen der Union selbst. Denn wenn es so weitergeht, steht die Europäischen Union als Ganzes auf dem Spiel. Vertrauen gewinnt man nur durch Transparenz und ein ehrliches Miteinander. Daher gehe ich davon aus, dass sich die EZB nicht in narzisstischer Selbstgefälligkeit badet, sondern die Auflagen des Verfassungsgerichts des größten Beitragszahlers erfüllt. Alles andere würde ihre Gegner stärken und die Freunde Europas schwächen.
Quelle. Handelsblatt, 22.5.2020 10:56
Schade finde ich bei solchen Darstellungen, dass nicht auf die Argumente des jeweilig Anderen eingegangen wird.